Keine Motorräder mehr bei Touristenfahrten auf der Nürburgring Nordschleife

Ab 2025 sind Motorräder bei den Touristenfahrten auf der Nürburgring Nordschleife nicht mehr zugelassen. Die Begründung dafür sind Sicherheitsaspekte. Sehr schade und ein echter Verlust! Für mich persönlich aber plausibel und nachvollziehbar

Natürlich fällt dadurch die Möglichkeit auf ein ganz besonderes Erlebnis sowie das sportliche Fahren auf einer weltweit einmaligen landstraßenähnlichen Rennstrecke weg. Auch mich hätte es gereizt die legendäre Nordschleife einmal mit dem Motorrad zu befahren. Schließlich habe ich schon einen Bezug zur Nordschleife und weiß ein wenig über ihre Besonderheiten, die einmalige Schönheit und den außergewöhnlichen Charakter!

Dennoch, oder vielleicht gerade deswegen, hatte ich jedoch auch immer etwas Sicherheitsbedenken:
Im Gegensatz zu anderen modernen Rennstrecken bietet die Nordschleife kaum Auslaufzonen. An den meisten Stellen kommt nach einem schmalen Grünstreifen direkt die Leitplanke. Außerdem ist die Strecke vergleichsweise schmal. Das sorgt einerseits für den besonderen Charakter der Strecke, der einem das Gefühl gibt auf einer besseren Landstraße mit herausfordernden Kurven und ohne Tempolimit unterwegs zu sein. Und das Gefühl für die Geschwindigkeit ist auf der Nordschleife wirklich ganz außergewöhnlich! Andererseits ist das Verletzungsrisiko bei einem Unfall bei entsprechend hoher Geschwindigkeit um ein vielfaches größer als bei anderen modernen Rennstrecken mit weiten Auslaufzonen und Kiesbetten.
Das Hauptoblem sehe ich aber beim gemeinsamen Betrieb mit Autofahrern und Motorradfahrern: Auf dem Motorrad fährt man bei etwas ambitionierterer Fahrweise eine grundsätzlich andere Linie als mit dem Auto. Und vielen Autofahrern ist das nicht bewusst. Und da liegt meines Erachtens die größte Gefahr für die Motorradfahrer! Sie benötigen da noch Raum, wo es ein Autofahrer nicht erwartet und vielleicht gerade überholt, oder beim überholt werden seine eigene Linie wählt. Das Unfallrisiko das besonders für Motorradfahrer dadurch entsteht ist kaum zu beherrschen.

Gäbe es Tage mit Touristenfahrten auf der Nordschleife, auf denen nur Motorräder zugelassen sind, würde ich das gerne wahrnehmen. Das ist aber leider nicht zu erwarten, da der Betrieb der Rennstrecke zumindest an solchen Tagen wahrscheinlich kaum wirtschaftlich möglich wäre. Die nun zusätzlich angebotenen Termine nur für Motorradfahrer auf der GP-Strecke stellen für mich keinen besonderen Reiz dar. Schon mit dem Auto ist die GP-Strecke vergleichsweise langweilig. Auf der breiten Strecke mit den weiten Auslaufzonen ist es für einen Gelegenheitsfahrer schwer Orientierungspunkte für eine Kurve zu finden und diese dann auch nur annähernd optimal zu fahren. Außerdem stellt sich das besondere Gefühl der Geschwindigkeit auf der sehr breiten Strecke nicht ein. Man ist zwar schnell, fühlt sich letztlich aber langsam und orientierungslos.

Ein ambitionierter Hobbyrennfahrer mit Rennstreckenerfahrung wird das sicherlich komplett anders beurteilen. Und das auch völlig zu Recht! Für mich als reinen Freizeitfahrer ohne Ambitionen zig Runden auf einer Rennstrecke zu absolvieren, nur um irgendwann mal die richtigen Brems- und Einlenkpunkte zu erwischen, haben moderne und entsprechend weitläufige Rennstrecken aber bisher keinen Reiz. Eine paar zügige Runden auf der Nordschleife wären hingegen bestimm mal ein ganz besonderes Erlebnis gewesen!

Weitere Infos über die Nürburgring Nordschleife gibt es übrigens hier: nordschleife-erfahren.de