Generell gibt es Messgeräte für fast alle technischen oder physikalischen Größen die man messen kann. Im einfachsten und alltäglichen Fall sind das Längen und Gewichte. Darüber hinaus ist aber auch die grundlegende Messung von elektrischen Spannungen oder Stromstärken für die Ermittlung von Fehlern im KFZ- oder Motorradbereich oftmals hilfreich oder sogar erforderlich. Weitergehende Messgeräte für Drehzahlen, Drücke, Schallpegel oder Temperaturen sind dann hingegen schon etwas spezieller und in der Hobbywerkstatt oder Garage in der Regel nicht unbedingt erforderlich.
Hier gibt es eine kleine Übersicht über die verschiedenen Arten von Messgeräten, wofür man sie benötigt oder verwenden kann und welche man wirklich braucht und welche eher nicht:
Multimeter:
Ein Multimeter gehört zur Grundausstattung jeder Hobbywerkstatt. Es muss nicht das beste und teuerste sein. Schon günstige Geräte ermöglichen eine ausreichend genaue Spannungsmessung um beispielsweise den Ladezustand einer Batterie zu überprüfen oder auch die Ladespannung der Lichtmaschine beziehungsweise des Ladereglers zu testen.
Neben den normalen Muiltimetern, die ausschließlich mit Prüfspitzen oder Klemmen verwendet werden, gibt es auch noch die sogenannten Zangenmultimeter. Diese verfügen in der Regel über alle Funktionen eines normalen Multimeters. Darüber hinaus ermöglichen Sie aber auch das einfache und schnelle Messen von Strömen an Stromführenden Kabeln. Normalerweise wird die Spannung parallel zum Stromkreis gemessen, der Strom jedoch in Reihe. Mit einem normalen Multimeter wäre es also erforderlich, den bestehenden Stromkreis zu unterbrechen und das Messgerät mit Kablen mit ausreichendem Querschnitt einzuschleifen. Bei einem Zangenmultimeter wir mit der Messzange das Stromführende Kabel umfasst und der Strom dann durch das beim Stromfluss erzeugte elektromagnetische Feld ermittelt. Dies ist besonders für größere Stomstärken, wie sie beispielsweise beim Anlasser vorkommen, ein großer Vorteil bei der Anwendung und Handhabung. Zangenmultimeter gibt es für verschiedene Messbereiche. Bei der Auswahl ist daher auf den jeweiligen Verwendungszweck zu achten.
Berner – 313 Multimeter
Bei dem Berner 313 Multimeter handelt es sich um ein solides Gerät der Mittelklasse mit einem für den KFZ-Bereich mehr als ausreichend großen Messbereich.
Messbereich:
Gleichstrom bis 600 V / 10 A
Wechselstrom bis 600 V / 10 A
Widerstände bis 20.000.000 Ohm
Berner – 43345 Zangenmultimeter
Das Berner 43345 konnte ich günstig aus einer Werkstattauflösung ergattern. Sonst hätte ich es mir wohl eher nicht geleistet. Der Strommessbereich bis 400 A kann sich schon sehen lassen und deckt alle Anforderungen im KFZ-Bereich locker ab.
Messbereich:
Gleichstrom bis 600 V / 400 A
Wechselstrom bis 600 V / 400 A
Widerstände bis 400 Ohm
Drehzahl-Messgerät:
Ein Drehzahlmessgerät gehört wohl zu den eher selten benötigten Messgeräten. Mir hat es gute Dienste geleistet, als ich das Tachoblatt meiner Dominator umgebaut habe. Dadurch konnte ich den Drehzahlmesser wieder vernünftig justieren. Für die Einstellung der Leerlaufdrehzahl bei Motorrädern ohne Drehzahlmesser kann es jedoch ebenfalls gute Dienste leisten.

KFZ-Drehzahltester PCE-AT 5
Dieses Drehzahlmessgerät ist kein High-End-Messgerät. Für meinen Einsatzzweck und die nur gelegentliche Nutzung sollte es jedoch mehr als ausreichend sein.
Messbereich:
Drehzahlen von 100 bis 20.000 rpm
Schallpegel-Messgerät:
Ein Schallpegel-Messgerät braucht man eigentlich erst mal nicht wirklich. Neugier und Interesse, wie laut meine Motorräder tatsächlich sind, haben aber zu dieser Anschaffung geführt. Eher günstig und nicht geeicht, gibt es nur einen ungefähren Eindruck und kein wirklich belastbares Messergebnis. Eine Einschätzung ob und wie weit man gegebenenfalls von den Angaben im KFZ-Schein abweicht ist aber durchaus möglich. So gesehen ist es schon hilfreich, wenn man nicht auf die nächste Messung bei einer Polizeikontrolle mit all ihren möglicherweise negativen Auswirkungen warten möchte.

Meterk – Schallpegel Messgerät
Ein günstiges Messgerät, das für die Ermittlung einer Größenordnung durchaus ausreicht.
Messbereich:
Schallpegel von 30 bis 130 dB
Infrarot-Thermometer:
Ein Infrarot-Thermometer gehört auch in die Kategorie der nicht zwingend benötigten Messgeräte. Da sie aber vergleichsweise günstig zu bekommen sind, kann man sich durchaus mal eins zulegen. Bei der Suche nach Fehlern im Kühlsystem können sie ebenso hilfreich sein, wie bei der einfachen Überprüfung der Betriebstemperaturen. Informativ ist es allemal, wie sehr sich ein Krümmer oder Auspuff im Sommer aufheizen kann, oder ab wann man dem Motorrad bei forcierter Gangart mal wieder ein paar ruhige Kilometer zur Abkühlung gönnt. Und schließlich lässt es sich auch im Haushalt verschiedentlich zur Anwendung bringen.

Infrarot-Thermometer
Ein einfaches Thermometer mit einem vernünftigen Messbereich, der alle möglichen Einsatzgebiete abdeckt.
Messbereich:
Temperaturen von ca. -50° bis 600° C
Synchrontester:
Einen Synchrontester misst den Unterdruck auf der Einlassseite des Motors. Er wird benötigt um die Drosselklappen der Vergaser aufeinander abzustimmen.
Es gibt mechanische Messuhren sowie elektronische Messgeräte. Die mechanischen Messuhren sind in der Regel mit zwei oder vier einzelnen Messuhren ausgestattet. Die Unterschiede in der Qualität und Genauigkeit scheinen bei den verschiedenen Herstellern teilweise erheblich zu sein. Da einige meiner Motorräder mit Vergasern ausgestattet sind, hat sich die Anschaffung für mich gelohnt.
Boehm – Synchrontester mit zwei Messuhren
Ich habe in diesem Fall auf Qualität geachtet und mich für einen Synchrontester von Boehm mit zwei Messuhren entschieden. Die Messgeräte von Böhm haben einen sehr guten Ruf. Auch wenn ich mit der VFR auch ein Vergaser-Motorrad mit vier Zylindern habe, sollte ein Tester mit zwei Messuhren erst einmal ausreichen. Ist zwar etwas aufwändiger die Uhren beim Einstellen immer wieder zwischen den verschiedenen Vergasern umzustecken, aber man macht das ja auch nicht jeden Tag.
Reifendruckprüfer:
Ein Reifendruckprüfer ist ein kleines, praktisches und nicht all zu teures Messgerät für den Alltag. Da der Druck in den Reifen einen erheblichen Einfluss auf das Fahrverhalten und die Sicherheit bei einem Motorrad hat, sollte dieser generell regelmäßig überprüft werden. Wenn man nicht gerade einen eigenen Kompressor mit Reifenfüller zur Verfügung hat, kann so ein Reifendruckprüfen durchaus hilfreich sein. Schließlich sollte der Reifendruck vor der Abfahrt bei kalten Reifen und nicht erst unterwegs beim ersten Tankstopp geprüft werden.
Heyner – Reifendruckprüfer
Einfacher Reifendruckprüfer für ein paar Euro. Nicht geeicht und sicherlich nicht ganz genau. Um Abweichungen oder Veränderungen zu ermitteln aber auf jeden Fall ausreichend.
Messbereich:
Reifendruck von 0 bis 4,5 bar
