Bei den momentanen Temperaturen zwischen 30 und 40 Grad Celsius fällt es manchen schwer an das Motorradfahren überhaupt nur zu denken. Auf die Wochenendtour verzichtet man gerne zu Gunsten dem Aufenthalt im kühlen zu Hause oder bestenfalls im Schatten im Freibad. Und auch im Alltag ist das klimatisierte Auto natürlich die erste Wahl. Mit der richtigen Planung und Ausrüstung geht es aber durchaus! 6 Punkte für eine gelungene Ausfahrt im Hochsommer:
1 – Streckenwahl: Die Wahl einer geeigneten Strecke für die Ausfahrt ist natürlich entscheidend. Höhenlagen sorgen für etwas kühlere Temperaturen. Waldgebiete für Schatten. Der hiesige Schwarzwald bietet da beispielsweise natürlich die besten Voraussetzungen. Darüber hinaus sollte man die Route aber auch so planen, dass eine Verkürzung oder ein direkter Heimweg jederzeit möglich ist.
2 – Dauer der Ausfahrt: Generell sollten die Touren nicht zu lang gewählt werden. Auch wenn man es sich erträglich gestalten kann, so ist eine Ausfahrt bei den momentanen extremen Temperaturen natürlich immer eine außergewöhnliche Belastung für den Körper. Das macht sich vor allem durch Beeinträchtigungen bei der Konzentrationsfähigkeit und der allgemeinen körperlichen Kondition bemerkbar. Auch wenn man es selbst am Anfang vielleicht gar nicht bewusst wahrnimmt. Zwei bis drei Stunden sollten eigentlich immer gut möglich sein. Darüber hinaus sollte man schon über ausreichend Kondition verfügen und den eigenen Zustand im Blick behalten.
3 – Tageszeit: Ebenso ist die Tageszeit entscheidend. Da die Tage derzeit recht lang sind, ist es gut möglich bereits sehr früh bei Tageslicht zu starten. Auch nach einer tropischen Nacht mit deutlich über 20 Grad ist es früh morgens durchaus noch angenehm. Starte man beispielsweise um fünf oder sechs Uhr, dann hat man bis zum Aufkommen der Mittagshitze ein gut nutzbares Zeitfenster von etwa fünf bis sechs Stunden. Da kann man auch mit ein paar Pausen schon eine lohnende Tour unterbringen.
Alternativ kann man aber auch erst nach der großen Mittagshitze starten. Selbst wenn man erst gegen 19 Uhr losfährt, hat man noch etwa drei Stunden Tageslicht für eine kleine Runde.
4 – Pausen: Zur zwischenzeitlichen Erholung sollte man entsprechende Pausen an möglichst schattigen Orten oder kühlen Orten von vorne herein einplanen.
5 – Viel trinken: Der Körper verliert bei diesen Temperaturen erhebliche Mengen an Wasser. Selbst wenn man in den Pausen viel trinkt, wird man den Wasserhaushalt alleine damit nicht ausgeglichen halten können. Daher sollte man schon vor Fahrtantritt genug trinken. Im Idealfall schon am Abend vorher. Das hilft mehr als man im ersten Moment vielleicht glauben mag.
6 – Geeignete Schutzkleidung: Früher hatte man nur die Wahl in Leder einzugehen oder nur mit T-Shirt und kurzer Hose Leib und Leben zu riskieren. Das hat sich zum Glück geändert!
Moderne Mesh-Jacken mit großen stark durchlüfteten Paneelen und trotzdem abriebfesten Bereichen an Ellbogen und Schultern sowie den üblichen Protektoren bieten eine hervorragende Belüftung des Oberkörpers.
Einlagige Motorradjeans – ebenfalls mit Protektoren ausgestattet bieten ebenfalls eine gewisse Luftzirkulation.
Wem Halbschuhe zu wenig Sicherheit bieten, der kann auch auf stark perforierte Stiefel zurückgreifen.
Bei den Handschuhen gibt es eine Vielzahl an Modellen, die ebenfalls speziell für den Sommer ausgelegt sind.
Einen enormen Unterschied macht aber auch der Helm: Hier halte ich insbesondere leichte Cross- beziehungsweise Offroad-Helme für sehr geeignet: Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen – sogar als Klapphelm mit Visier und separater Sonnenblende. Gegenüber normalen Helmen bieten sie gleich zwei Vorteile, die sie für den Hochsommer besonders empfehlenswert machen: Das Schild beschattet den Visierbereich und damit die Augen. Das schützt vor direkter Sonneneinstrahlung und macht das Sehen insgesamt wesentlich entspannter! Außerdem sind Offroadhelme generell deutlich besser belüftet als normale Motorradhelme.
So ausgestattet reicht schon der Fahrtwind bei nur geringen Geschwindigkeiten um für ein durchaus angenehmes Klima zu sorgen.
Letztlich muss es jeder für sich selbst entscheiden. Aber wenn man all diese Punkte berücksichtigt, dann steht auch bei Temperaturen von 35 bis 40 Grad, einer kleinen genüsslichen Motorradausfahrt nichts im Wege.
